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"Deutschlands Wachstumsschwäche: Kein Ende in Sicht, so "Mumm kompakt"

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Nach ersten Berechnungen des Statistischen Bundesamtes wird die deutsche Wirtschaftsleistung im Jahr 2023 voraussichtlich um 0,3 Prozent schrumpfen. Obwohl zunächst ein noch größeres Minus erwartet wurde, zeigt der internationale Vergleich die offensichtliche Wachstumsschwäche Deutschlands. Laut Carsten Mumm, Leiter Kapitalmarktanalyse und Chefvolkswirt des Bankhauses Donner & Reuschel, wird die deutsche Volkswirtschaft besonders von der zyklischen globalen Nachfrageschwäche der Industrie getroffen, wie die schwachen Exportdaten widerspiegeln. Hinzu kommen strukturelle Veränderungen aufgrund der nachlassenden Standortqualität in den vergangenen Jahren.

Die energieintensive Produktion erreicht derzeit nur noch rund 80 Prozent des Niveaus von Anfang 2022, vor dem Ausbruch des Ukrainekriegs. Vergleichsweise hohe Energiepreise werden auch in den kommenden Jahren die Industrieproduktion belasten. In einer Zeit von diversen Unsicherheitsfaktoren wie stark gestiegenen Preisen und geopolitischen Konflikten wiegen weitere Schwächen des Wirtschaftsstandorts schwerer. Dazu gehören Bürokratie, langwierige Genehmigungs- und Umsetzungsverfahren sowie Entscheidungsschwäche und fehlende langfristige Zukunftspläne der Bundesregierung im Zusammenhang mit einem dogmatischen Festhalten an der Schuldenbremse.

Die Frustration vieler bezüglich der politischen Ausrichtung und wirtschaftlichen Perspektiven äußert sich aktuell in Streiks und Blockaden. Es wird immer offensichtlicher, dass Deutschland einen positiven emotionalen Ruck braucht, um die anstehenden Aufgaben zuversichtlich anzugehen. Solange dieser nicht absehbar ist, hängt die Wirtschaft weiter am Tropf des Außenhandels.

Vor diesem Hintergrund sind die zur Veröffentlichung anstehenden Daten aus China zur Entwicklung der Anlageinvestitionen, Einzelhandelsumsätze und Industrieproduktion besonders wichtig. Eine dynamischere Belebung der chinesischen Wirtschaft könnte den deutschen Exportmotor wieder ankurbeln.

Die anhaltende wirtschaftliche Schwäche dürfte zumindest den Inflationsdruck weiter senken und der EZB im Laufe des ersten Halbjahrs 2024 erste Leitzinssenkungen ermöglichen.

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